Zum 17. Juni 2015 ist eine neue Prüfungsordnung für die Niedersächische Hundetrainerzertifizierung in Kraft getreten. Wir fassen hier die Neuerungen für Sie zusammen.

Zulassung zur Prüfung

Zur Prüfung zugelassen werden weiterhin Bewerber aus dem gesamten Bundesgebiet, die das 18. Lebensjahr vollendet haben, ein polizeiliches Führungszeugnis sowie eine Beschreibung ihrer bisherigen Tätigkeiten und der genutzten Örtlichkeiten vorlegen. Neu ist die Fußnote, dass derzeit nur Antragssteller aus Niedersachsen geprüft werden.

Theoretische Prüfung (SC-Test)

Nachdem die theoretische Prüfung bereits vor einiger Zeit derart abgewandelt wurde, dass von mehreren Antwortmöglichkeiten nur noch jeweils eine Antwort richtig ist, wurde dies nun auch in der Prüfungsordnung angepasst. Auch die Auswertung der Theoretischen Prüfung wurde geändert. Statt 15 Schwierigkeitsstufen und zwei Bewertungsmethoden werden nun 11 Themengebiete mit jeweils drei Schwierigkeitsstufen unterschieden. Eine richtige Antwort zählt als Pluspunkt. Eine falsche Antwort zählt als Nullpunkt. Der Punktwert richtet sich nach dem Schwierigkeitsgrad der jeweiligen Frage. Dieses einfache Auswertungsschema findet auf alle Fragen Anwendung. Zum Bestehen müssen weiterhin mindestens 75 Prozent der Gesamtpunktzahl erreicht werden.

Veröffentlichung der Daten zertifizierter Hundetrainer

Die Tierärztekammer darf Namen und Kontaktdaten zertifzierter Hundetrainer mit deren Zustimmung auf ihrer Homepage veröffentlichen. Ausdrücklich behält sie sich nun das Recht vor, auf eine Veröffentlichung auf der Homepage zu verzichten.

Fortbildungspflicht für zertifizierte Hundetrainer

Um die Zertifizierung aufrecht zu erhalten, müssen nun jährlich mindestens acht Fortbildungsstunden nachgewiesen werden anstatt wie zuvor eine zweitägige Veranstaltung. Die Fortbildungsnachweise sind weiterhin ohne Aufforderung bei der Tierärztekammer Niedersachsen einzureichen.

Neu ist zudem die Regelung zur Anerkennung von Fortbildungsveranstaltungen in Anlage 3 der Prüfungsordnung. Anerkannt werden ausschließlich Präsenzveranstaltungen mit Diskussion und/ oder eigener praktischer Tätigkeit unter Anleitung. Die Fortbildung muss der Steigerung der fachlichen Qualität der Ausbildung von Hund und Halter dienen. Die Referenten müssen eine ausreichende fachliche Qualifikation aufweisen. Die Teilnahmebescheinigungen dürfen erst vor Ort nach Kontrolle der Teilnahme ausgegeben werden. Der Veranstalter muss mindestens zwei Wochen vor der Veranstaltung einen schriftlichen Antrag auf Anerkennung seiner Fortbildungsveranstaltung stellen. Die Tierärztekammer Niedersachsen entscheidet im Einzelfall über die Anerkennung der Fortbildungsveranstaltung. Eine nachträgliche Anerkennung ist nicht möglich. Nähere Regelungen hierzu stehen jedoch weiterhin aus. Nach derzeitigem Stand startet die Anerkennung von Fortbildungsveranstaltungen erst mit dem Jahr 2016.

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Prüfungsordnung zur Hundetrainer-Zertifizierung der Tierärztekammer Niedersachsen

Informationen zum Autoren
Dunia Thiesen-Moussa
Name
Dunia Thiesen-Moussa
Tierärztin, Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie
Über mich
Ich leite die verhaltensmedizinische Sprechstunde der Tierärztlichen Hochschule Hannover und betreibe die Tierärztliche Praxis für Kleintierverhalten und die Hundeschule Kleintierverhalten.

Mein Motto
Wissen schützt Tiere

Tätigkeiten
Verhaltenstherapie, Hundetraining, Referententätigkeiten, Gutachterin in Wesenstests, Prüferin des D.O.Q.-Tests 2.0, Prüferin der Sachkundeprüfung nach §3 NHundG, Mitglied der Prüfungskommission zur Zertifizierung von Hundetrainern durch die Tierärztekammer Niedersachsen, Prüferin der Sachkundeprüfung zur Erlaubnispflicht nach §11 TierSchG

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