Wer gewerbsmäßig für Dritte Hunde ausbilden oder die Ausbildung der Hunde durch den Tierhalter anleiten will, bedarf seit dem 01.08.2014 der Erlaubnis der zuständigen Behörde. Um die Erlaubnis zu erhalten, muss ein Antrag gestellt und die nötige Sachkunde nachgewiesen werden. Dabei besteht eine Mitwirkungspflicht des Antragsstellers.

Keine Beschränkung auf bestimmte Zertifikate

Bereits im Dezember 2014 erging ein Beschluß des Verwaltungsgericht Lüneburg (10.12.2014, Aktenzeichen 6 A 414/14), welcher beinhaltet, dass das Erteilen einer Erlaubnis nach §11 Absatz 1 Nummer 8 f) nicht auf bestimmte Zertifkate beschränkt sein darf.

Die Erlaubnisbehörde darf das Ausstellen der Erlaubnis also nicht ausschließlich an den Erwerb eines bestimmten Zertifikates knüpfen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass im Umkehrschluß jede vorgelegte Bescheinigung des Antragsstellers einen hinreichenden Nachweis der Sachkunde darstellt.

Der Erlaubnisbehörde sind unterschiedliche Möglichkeiten eingeräumt, die Sachkunde des Hundetrainers zu überprüfen. Hierzu zählt neben der Prüfung bisher erworbener Bescheinigungen auch ein Fachgespräch. Dem Antragssteller obliegt hier eine Mitwirkungspflicht.

Mitwirkungspflicht des Antragsstellers

Einem solchen Fachgespräch hatte sich eine Hundetrainerin in Bayern widersetzt und geklagt. Sie stellte den Antrag, ihr die Erlaubnis aufgrund ihrer bisherigen Erfahrungen und Bescheinigungen zu erteilen. Da sie jedoch keine in Bayern anerkannten Bescheinigungen vorlegen konnte, sollte sie ihre Sachkunde in einem Fachgespräch samt schriftlichem D.O.Q.-Test Pro nachweisen.

Zu den in Bayern anerkannten Bescheinigungen zählen zurzeit die Zertifizierungen der Tierärztekammer Schleswig-Holstein und Niedersachsen, Sachkundeprüfungen der Hundeerzieher und Verhaltensberater IHK/BHV des Berufsverbandes der Hundeerzieher/innen und Verhaltensberater/innen e.V. und der IHK Potsdam sowie die Approbation als Tierarzt.

Die Hundetrainerin verweigerte jedoch das Fachgespräch und klagte unter HInweis auf sonstige absolvierte Ausbildungen und langjährige Berufserfahrung. Das Verwaltungsgericht Würzburg lehnte ihren Antrag im April 2014 ab (Aktenzeichen W E 15.224). Ihre Tätigkeit als Hundetrainerin darf die Antragsstellerin vorerst nicht weiter ausüben.

Informationen zum Autoren
Dunia Thiesen-Moussa
Name
Dunia Thiesen-Moussa
Tierärztin, Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie
Über mich
Ich leite die verhaltensmedizinische Sprechstunde der Tierärztlichen Hochschule Hannover und betreibe die Tierärztliche Praxis für Kleintierverhalten und die Hundeschule Kleintierverhalten.

Mein Motto
Wissen schützt Tiere

Tätigkeiten
Verhaltenstherapie, Hundetraining, Referententätigkeiten, Gutachterin in Wesenstests, Prüferin des D.O.Q.-Tests 2.0, Prüferin der Sachkundeprüfung nach §3 NHundG, Mitglied der Prüfungskommission zur Zertifizierung von Hundetrainern durch die Tierärztekammer Niedersachsen, Prüferin der Sachkundeprüfung zur Erlaubnispflicht nach §11 TierSchG

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