Jetzt ist es soweit – die bundesweite Erlaubnispflicht für Hundetrainer tritt in Kraft. Doch noch ist die Durchführung vielerorts ungeklärt. Während einige Gemeinden bereits zu Prüfungen laden, ist in anderen Gemeinden immer noch unklar, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Erlaubnispflicht nach §11 Tierschutzgesetz

Die Erlaubnispflicht nach §11 Absatz 1 Satz 1 Nummer 8 Buchstabe f des Tierschutzgesetzes gilt für Personen, die gewerbsmäßig Hunde ausbilden oder die Ausbildung des Hundes durch den Tierhalter anleiten (siehe News zur Erlaubnispflicht 22.03.2014). Sie führt damit erstmals eine verbindliche Fachkunde für Hundetrainer ein. Bundesweit gilt die Empfehlung, in einem Fachgespräch die erforderliche Sachkunde zu überprüfen. Durch die uneinheitliche Umsetzung wird jedoch leider kein genereller Qualitätsstandard erreicht werden können.

Erforderliche Qualifikationen

In einigen Bundesländern, z.B. Niedersachsen, Hessen und Bayern, werden die Hundetrainerzertifizierung der Tierärztekammern Niedersachsen und Schleswig-Holstein, sowie die Ausbildung durch die IHK Potsdam als Zertifikate öffentlich-rechtlicher Körperschaften anerkannt. Darüber hinaus bestehen jedoch viele Unterschiede bezüglich der Anforderungen an die erforderlichen Kenntnisse und Fähigkeiten.

So werden z.B. im Landkreis Lüchow-Dannenberg bereits Hundetrainer zu Prüfungen geladen. Hiervon sind auch Hundetrainer betroffen, welche ihre Tätigkeit nicht gewerbsmäßig ausüben (z.B. in Vereinen). In Hannover werden neben den Zertifikaten der Tierärztekammern Niedersachsen und Schleswig-Holstein, sowie der IHK Potsdam auch Tierärzte und Prüfer des D.O.Q.-Tests 2.0 als fachkundig anerkannt. Einige Gemeinden organisieren zurzeit Prüfungen durch eigens geschulte Prüfer, um antragsstellende Hundetrainer selber prüfen zu können. In Bayern wurden zu diesem Zweck spezielle Schulungen durchgeführt.

Häufig gab es Berichten zufolge nach der Antragstellung jedoch bisher keine Reaktion der Behörden.

Antrag auf Erlaubnis nach §11 stellen

Wer Hunde ausbildet und noch keinen Antrag gestellt hat, sollte dies zeitnah nachholen und die erforderlichen Belege beifügen. Ist noch unklar, ob die erforderlichen fachlichen Kenntnisse und Fähigkeiten vorliegen, kann eine vorläufige Erlaubnis ausgestellt werden. Ein Verstoß gegen diese Vorschrift stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einer Geldbuße bis zur Höhe von 25000€ belegt werden. Zudem können bei einer Ausübung der Tätigkeit ohne Erlaubnis die Tätigkeit untersagt und die Geschäftsräume geschlossen werden.

Wie haben die Behörden auf Ihren Antrag reagiert?

Sind Sie Hundetrainer und haben einen Antrag gestell oder wurden von der zuständigen Behörde angeschrieben? Wir freuen uns über Kommentare oder Nachrichten zu Ihren Erfahrungen mit der Umsetzung der Erlaubnispflicht in Ihrem Bundesland.

© Dunia Thiesen-Moussa

Informationen zum Autoren
Dunia Thiesen-Moussa
Name
Dunia Thiesen-Moussa
Tierärztin, Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie
Über mich
Ich leite die verhaltensmedizinische Sprechstunde der Tierärztlichen Hochschule Hannover und betreibe die Tierärztliche Praxis für Kleintierverhalten und die Hundeschule Kleintierverhalten.

Mein Motto
Wissen schützt Tiere

Tätigkeiten
Verhaltenstherapie, Hundetraining, Referententätigkeiten, Gutachterin in Wesenstests, Prüferin des D.O.Q.-Tests 2.0, Prüferin der Sachkundeprüfung nach §3 NHundG, Mitglied der Prüfungskommission zur Zertifizierung von Hundetrainern durch die Tierärztekammer Niedersachsen, Prüferin der Sachkundeprüfung zur Erlaubnispflicht nach §11 TierSchG

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