Am 04. Oktober ist Welttierschutztag. Seit 1931 wird der Welttierschutztag in Gedenken an Franz von Assisi begangen. Tierschützer weisen an diesem Tag auf aktuelle Themen des Tierschutzes hin und fordern zu einem respektvollen und artgerechten Umgang mit den Tieren auf.

Tierschutz in Deutschland

Geschichte des Welttierschutztages

Im Mai 1931 wurde auf dem Internationalen Tierschutzkongress in Florenz der Antrag für einen Tierschutztag angenommen. Es wurde der 04.Oktober zum Welttierschutztag deklariert. Der Welttierschutztag ist Franz von Assisi gewidmet, welcher als der Schutzpatron der Tiere gilt. Franz von Assisi betrachtete das Tier als lebendiges Geschöpf Gottes und Bruder des Menschen. Der Gründer des Franziskanerordens, der für seine Tierpredigten berühmt ist, starb am 04.Oktober 1226. Zwei Jahre später wurde er heilig gesprochen. Der 04.Oktober ist zugleich sein Namenstag.

Tierschutzrecht in Deutschland

Tierschutz hat viele Gesichter. So wird unterschieden zwischen dem emotionalen Tierschutz, welcher häufig anthropozentrisch ist; dem wissenschaftlichen Tierschutz, welcher rational und begründbar ist; sowie dem rechtlichen Tierschutz. Grundlage des rechtlichen Tierschutzes in Deutschland ist das Tierschutzgesetz. Das heutige Tierschutzgesetz und die daraus resultierenden Verordnungen stellen Minimalanforderungen an Umgang, Haltung und Pflege der Tiere.

§1 des Tierschutzgesetzes lautet: „Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen." Hier wird der Mensch in die Verantwortung genommen gegenüber denen sich in seiner Obhut befindlichen Lebewesen. Dabei muss nicht jegliche Beeinträchtigung des Wohlbefindens des Tieres vermieden werden, doch müssen die Beeinträchtigungen des Tieres dem Verhältnismäßigkeitsprinzip folgen.

80 Jahre Tierschutzgesetz

Das erste Tierschutzgesetz wurde in Deutschland am 24.11.1933 verabschiedet. Dieses erste deutsche Tierschutzgesetz stellte einen Wendepunkt im Tierschutzrecht dar, denn es stellte zum ersten Mal das Wohl des Tieres in den Mittelpunkt. Zwar war auch in vorheriger Rechtsprechung bereits das Quälen von Tieren verboten worden. Dies war jedoch stets aus anthropozentrischer Sicht geschehen, d.h. das Tier wurde im Interesse des Menschen geschützt. So wurde z.B. im Codex Hammurabi bereits 2000 v. Chr. ein Tierhalter bestraft, wenn er sein Vieh zu schwer arbeiten ließ – diese Vorschrift wurde jedoch nicht aus Rücksicht auf die Befindlichkeit der Tiere erlassen, sondern um wirtschaftlichen Schaden an den meist geliehenen Tieren zu vermeiden. Im Römischen Reich wurden Tiere als Gegenstände des Rechtsverkehrs den Sachen gleichgestellt – damit kam ihnen die gleiche Rechtsstellung zu wie Frauen, Kindern und Sklaven.

Heute werden Tiere im Bürgerlichen Gesetzbuch von Sachen unterschieden und der Eigentümer muss Vorschriften zum Schutz des Tieres beachten.
2002 wurde der Tierschutz ins Grundgesetz aufgenommen und damit als Staatsziel formuliert.

Das Tierschutzgesetz wurde zuletzt im Juli 2013 geändert. Neu ist in dieser aktuellen Fassung z.B. die Erlaubnispflicht für Hundetrainer (siehe Erlaubnispflicht für Hundetrainer).

Welttierschutztag 2013

Tierschutz aktuell

Zum Welttierschutztag machen Tierschützer auf verschiedenste Gebiete des Tierschutzes aufmerksam. So nutzt z.B. die Bundestierärztekammer den Welttierschutztag 2013, um auf das Leid auf Tiertransporten aufmerksam zu machen und in diesem Bereich rechtliche Verbesserungen zu fordern. Der Verein Ärzte gegen Tierversuche macht auf die Qualen von Tieren in Tierversuchen aufmerksam und fordert ein Ende der tierexperimentellen Forschung. Der Deutsche Tierschutzbund hat dem diesjährigen Welttierschutztag das Motto verliehen „Stimme für die Tiere - Machen Sie den Bundestag tierfreundlicher". Der Verband fordert von der Politik in vielen Bereichen des Tierschutzes Verbesserungen. Die zentrale Forderung ist dabei das Verbandsklagerecht für den Tierschutz.

Wissen schützt Tiere

Der Welttierschutztag ist eine Gelegenheit, sich zu bewusst zu machen, was im Tierschutz bereits erreicht wurde und was es im Tierschutz noch zu erreichen gilt. Wir möchten mit kleintierverhalten.de einen Teil zum Tierschutz beitragen, indem wir Wissen schaffen. Denn nur wer die Bedürfnisse von Tieren kennt, kann sie artgerecht behandeln und so der Verantwortung gerecht werden, die wir Menschen Tieren gegenüber tragen. Darum lautet unser Motto auch: Wissen schützt Tiere.

© Dunia Thiesen-Moussa

Wie verbringen Sie den Welttierschutztag? Hat dieser Tag für Sie eine besondere Bedeutung, oder ist es ein gewöhnlicher Tag wie jeder andere? Schreiben Sie uns einen Kommentar.

Informationen zum Autoren
Dunia Thiesen-Moussa
Name
Dunia Thiesen-Moussa
Tierärztin, Zusatzbezeichnung Verhaltenstherapie
Über mich
Ich leite die verhaltensmedizinische Sprechstunde der Tierärztlichen Hochschule Hannover und betreibe die Tierärztliche Praxis für Kleintierverhalten und die Hundeschule Kleintierverhalten.

Mein Motto
Wissen schützt Tiere

Tätigkeiten
Verhaltenstherapie, Hundetraining, Referententätigkeiten, Gutachterin in Wesenstests, Prüferin des D.O.Q.-Tests 2.0, Prüferin der Sachkundeprüfung nach §3 NHundG, Mitglied der Prüfungskommission zur Zertifizierung von Hundetrainern durch die Tierärztekammer Niedersachsen, Prüferin der Sachkundeprüfung zur Erlaubnispflicht nach §11 TierSchG

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