Hier sind einige Aktualisierungen zu Gerichtsurteilen zur Gefährlichkeit von Hunden zusammengefasst, die wir an bestehenden Artikeln vorgenommen haben.

Einstufung von Hunden als gefährlich

Update: In Bayern wurden im Februar 2015 zwei sehr unterschiedliche Beschlüsse erlassen. Am 11.02.2015 beschloss der Bayerische Verwaltungsgerichtshof, dass ein Hund auch bei gutem Erziehungsstand und bestandenem Wesenstest als gefährlich gelten kann und somit ein großer Hund auch ohne Vorfall nicht frei herumlaufen darf, sofern sich Dritte hierdurch bedroht sehen. Hierzu muss es noch zu keinem Vorfall gekommen sein, bei dem der Hund Menschen oder Hunden Verletzungen zugefügt hat (Aktenzeichen 10 ZB 14.2299). Am 18.02.2015 beschloss der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in einem anderen Fall, dass für die Haltung eines Rottweilers nicht alleine aufgrund seiner Größe und der Listung unter Kategorie 2 der bayerischen Hundeverordnung spezielle Anordnungen wie Leinen- und Maulkorbzwang getroffen werden können (Aktenzeichen 10 CS 14.2558). Zwar gehe von großen Hunden, die auf öffentlichen Straßen und Wegen mit relevantem Publikumsverkehr frei umherlaufen, vom Führen derartiger Hunde durch eine hierzu nicht befähigte Person oder durch eine nicht ausbruchssichere Unterbringung solcher Hunde in der Regel eine konkrete Gefahr für Leib und Leben Dritter oder für andere Hunde aus, jedoch verstoße es gegen den Gleichbehandlungsgrundatz, wenn für Hunderassen der Kategorie 2 anders als für sonstige große Hunde Anordnungen zur Hundehaltung getroffen werden unabhängig vom Verhalten des Hundes, unabhängig vom Vorliegen besonderer Umstände wie eines Beißvorfalls und unabhängig von Empfehlungen eines Hundesachverständigen.

Update: Ein Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg vom 30.06.2015 bestätigt, dass ein Hund, der einen Menschen gebissen hat, ohne weitere Überprüfung des Hundes als gefährlich eingestuft werden kann (Aktenzeichen 11 LA 250/14). So bezieht sich die Pflicht der Überprüfung lediglich auf die Überprüfung der näheren Umstände des Vorfalls. Weitere Überprüfungen des Hundes wie eine Verhaltensüberprüfung oder ein Wesenstest sind zur Gefährlichkeitseinstufung nicht erforderlich. Auch kann ein bestandener Wesenstest die Gefährlichkeit des Hundes rechtlich nicht wiederlegen. Unter Verhältnismäßigkeitsgesichtspunkten reiche es aus, dass der Gesetzgeber bei Nachweis eines bestandenen Wesenstestes nach § 13 NHundG die Möglichkeit eröffnet, den Leinenzwang ganz oder teilweise aufzuheben, und auf diese Weise die Auswirkungen der Feststellung der Gefährlichkeit für Tierhalter und Hund mindert.

...zum Artikel

Vorschriften für Hundehalter in Brandenburg

Update: In einem Beschluss des Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg vom 03.08.2015 (Aktenzeichen OVG 5 S 36.14) wurde auch der Leavitt Bulldogg, der aus einer Kreuzung der Rassen English Bulldog, Bullmastiff, Anerican Bulldog und American Pitbull Terrier hervorgegangen ist, als unwiderlegbar gefährlicher Hund eingestuft. Ferner heißt es in dem Beschluß, dass unter die Kategorie 1 nicht nur Kreuzungen der ersten Generation zählen, sondern die Gefährlichkeit eines Mischlingshundes sich nach seinem Erscheinungsbild richtet.

...zum Artikel

Was halten Sie davon?