Unsere Trainingsgrundsätze

Verhaltenstherapie muss schmecken

Verhaltenstherapie ist ein wenig wie Kochen: Solange man sich an das Rezept hält, ist das Ergebnis vorhersehbar. Da das Erstellen von Rezepten einen Überblick über die in Frage kommenden Zutaten, Wissen über deren Eigenschaften und Erfahrungswerte bezüglich der Mengen und der Verarbeitung erfordert, ist man in der Regel dankbar dafür, auf bereits vorhandene Rezepte zurückgreifen zu können.

Wenn es darum geht, ein passendes Rezept für die unterschiedlichsten Probleme bei den verschiedenen Tierarten zu finden, wird man schnell feststellen, dass es dieses nicht gibt. Jedes Problem ist einzigartig und bedarf einer ebenso einzigartigen Vorgehensweise. Doch während beim Kochen beinahe immer irgendetwas Essbares entsteht und man den verkohlten Geschmack notfalls mit viel Chili überdecken könnte, können die Resultate einer Verhaltenstherapie ohne passendes Rezept fatal für Tier und Halter sein.

Wissen schützt Tiere

Eine erfolgreiche, nachhaltige Beeinflussung des Verhaltens von Tieren erfordert umfangreiche Kenntnisse über artgerechte Haltung, arttypisches Normalverhalten und Lernverhalten, Erfahrungswerte bezüglich der praktischen Umsetzung und einen umfassenden Einblick in das Lebensumfeld und die Lebensgewohnheiten des Tieres. Aus diesen Informationen erstellen wir Ihnen dann das Rezept, das Ihrem Tier und Ihnen weiterhilft.

Leider haben die meisten Probleme, unter denen Patienten in der verhaltenstherapeutischen Sprechstunde leiden, vermeidbare Ursachen. Wussten Sie, dass Aras sich zwar schnell an den Menschen binden, diese Bindung aber häufig mit massiven Verhaltensproblemen einhergeht? Das Verhaltensproblem äußert sich leider erst nach Jahren in der Pubertät der Vögel und äußert sich dann z.B. in massivem Federrupfen. Manche Halter verharmlosen das Problem, weil Sie die Nähe zum Tier genießen, das Ihnen den ganzen Tag auf der Schulter sitzt. Sobald der Vogel dann jedoch ohne Federn jämmerlich in seinem Gehege sitzt, ist es zu spät, um noch die Ursachen zu beheben. In weit fortgeschrittenen Stadien ist oftmals nur noch eine symptomatische Therapie möglich.

Daher ist es uns ein Anliegen, Ihnen die arteigenen Bedürfnisse und Verhaltensweisen Ihres Tieres, sowie die Grundlagen zu erfolgreicher Kommunikation mit dem Tier zu vermitteln, um Missverständnissen vorzubeugen. Und wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie unseren Rat annehmen und dem Ara rechtzeitig einen Partner in sein Gehege setzen.

Training und Management

Viele Probleme lassen sich mit sinnvollen Managementmaßnahmen beheben. Aber auch prophylaktisch sind Managmentmaßnahmen oft von großer Bedeutung. Wussten Sie, dass bereits ein einzelner Tierarztbesuch das Verhalten Ihrer Katzen nachhaltig negativ beeinflussen kann? Die wiedergekehrte Katze fühlt sich plötzlich zuhause nicht mehr wohl, wird von der Zweitkatze attackiert, zieht sich zurück und setzt überall Harn ab. Die Ursache hierfür liegt in der Regel in dem neuen, fremden Geruch, den sie vom Tierarzt mitbringt. Wie viele andere Verhaltensprobleme, so lässt sich auch die Entstehung dieses Problems durch Managementmaßnahmen vermeiden.

Doch auch das auf die Managementmaßnahmen folgende Training will gelernt sein. Ein Training muss zielführend und individuell anpassbar sein. Deshalb erhalten Sie einen Trainingsplan, der auf Ihre persönliche Situation zugeschnitten ist, und praktische Anleitung in der Durchführung des Trainings, soviel Sie möchten.

Grundsätzlich arbeiten wir nach dem Prinzip der positiven Verstärkung. Wir wenden keine tierschutzwidrigen Hilfsmittel in unserem Training an. Wir arbeiten auch nicht mit körperlichen Gewaltmaßnahmen oder anderen traditionellen Strafreizen. Diese veralteten Trainingsformen schaden der Tier-Halter-Bindung, bewirken mangelhafte Trainingserfolge beim Tier und führen in vielen Fällen langfristig zu weiterem Problemverhalten und werden dadurch unseren Ansprüchen nicht gerecht.